MonatJuni 2007

Keine medialen Parallelgesellschaften

ARD und ZDF haben eine Studie unter dem Titel Migranten und Medien 2007 durchgeführt und die Mediennutzung von Migrantinnen in Deutschland unter die Lupe genommen.

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich die Mediennutzung nicht groß. Außer dass gerade türkische Migrantinnen weniger Radio hören. Interessant ist nur, dass die nicht-migrierten Deutschen bei fast allen Statistiken immer eine etwas (manchmal nur ein Prozentpunkt) höhere Mediennutzung aufweisen. Einzige Ausnahme sind die polnischen Migrantinnen bei der Internetnutzung. Das nämlich benutzen diese täglich etwas mehr als Deutsche.

Die ausführlichen Ergebnisse sind in einem PDF-Dokument veröffentlicht (Studienergebnisse Migranten und Medien 2007, PDF, 2.45 MB) und auch der SWR fasst die Ergebnisse in einem Artikel zusammen.

Wie die DPA arbeitet

Ich muss zugeben, dass ich es nicht mitbekommen habe. Aber seit Samstag tummelte sich tagelang eine Falschmeldung über eine Rede auf einer G8-Demonstration in zahlreichen Nachrichten.

Stefan Niggemeier erläutert die Geschichte dieser Falschmeldung, dass auf von einem Redner zur Gewalt aufgerufen wurde.

Viel spannender fand ich allerdings den Bericht von Christiane Link in ihrem Blog „Behindertenparkplatz“. Sie hatte für die dpa gearbeitet und beschreibt einmal, wie Meldungen überhaupt zustande kommen.

G8: Polizei lässt Steine werfen

please... von static

Als Agent Provocateur [aˈʒɑ̃ pʀɔvɔkaˈtœʀ] (frz. etwa für „Provozierender Agent“) „bezeichnet man einen Lockspitzel. Er ist meist im Auftrag von Behörden, wie Polizei oder Geheimdiensten, tätig. Er versucht verdeckt, also unerkannt, andere zur Begehung von Straftaten zu verleiten, so dass gegen diese dann mit unmittelbarem Zwang (Polizei) oder im Wege eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens vorgegangen werden kann.
[Wikipedia: Agent Provocateur]

Gerüchte und Vermutungen über den Einsatz solcher Agenten gibt es ja bei vielen Demonstrationen. Nun berichten einhellig Spiegel Online, Welt Online und auch der Stern über den Einsatz von Polizisten, die zum Steinewerfen in Heiligendamm animierten.

Ist schon spannend, wenn man sich überlegt, warum diese Zivilpolizisten eingesetzt werden. Sollen sie nicht eigentlich Gewalt verhindern? Aber wie denn? Spitzel innerhalb der Demonstration wären ja noch logisch, diese könnten die polizeiliche Einsatzleitung über geplante Gewalttätigkeiten im Vorhinein informieren. Dann wäre die Polizei vorbereitet und könnte die Wasserwerfer und Knüppel schon mal passig gruppieren. Aber warum sollen Agents Provocateur nun zum Steinewerfen anstiften? Vielleicht weil die Wasserwerfer und Knüppel schon bereitstehen? Schließlich ist es sicherlich unbefriedigend für die Wasserwerferfahrer und Knüppelträger, wenn sie den ganzen Tag in der Hitze herumstehen und nichts zu tun haben. Sind die Provokateure also wichtig für die Motivation für die restlichen Einheiten?!
Für die Verwendung bei legalen Demonstrationen fallen mir ansonsten eher wenig Gründe ein.

throwing stones von sleepydiscoDiskutiert wird dies natürlich auch an anderer Stelle im Internet. Nämlich bei libertatis.org, Die Welt ist eine Scheibe und auch sehr lesenswert bei Dem Spiegelfechter. Natürlich schreibt auch indymedia darüber. Aber die möchten heutzutage nur die BILD verklagen Aber Indymedia berichtet nur, dass die Bild verklagt werden soll. Sollte die früher nicht mal wenigstens enteignet, abgebrannt, aufgelöst und dann vor Gericht gestellt werden? Komische Zeiten …

 
 

Bild 1: please… von static
Bild 2: throwing stones von sleepydisco

Code of Conduct?!

Schon mal gehört den Begriff in Zusammenhang mit Suchmaschinen? Mir war er ehrlich gesagt neu …
Selbst die deutsche Wikipedia erklärt diesen Verhaltenscodex nur allgemein. Bei der englischen gibt es wenigstens einige Beispiele, aber Suchmaschinen werden nicht erwähnt.

Bei @-web gibt es diesen ominösen Code of Conduct und auch einen erläuternden Artikel.

Einfach gesagt ist es ein Verhaltenscodex dem sich Suchmaschinenbetreiber freiwillig unterwerfen können. Dieser Kodex wurde 2003 von der Bertelsmannstiftung vorgestellt. @-web fasst das Ziel dieses Code of Conduct anlässlich einer Konferenz im Jahr 2005 so zusammen:

Es gilt, menschenverachtende, extremistische Inhalte nicht der Öffentlichkeit über Suchmaschinen zugänglich zu machen, jugendgefährdende Inhalte herauszufiltern.

Mal schauen, ob ich auf meine Frage bei Lycos iQ zur Unterstützung durch Suchmaschinen eine vernünftige Antwort bekomme