Bildung braucht Geld
Einmal brauchen die Institutionen Kohle für ihre Bildungsangebote und andererseits brauchen die „KundInnen“ jetzt wieder mal Kohle. So hat Niedersachsen nun die Einführung von Studiengebühren beschlossen.
In voller Übereinstimmung mit der berühmten PISA-Studie, die ja herausgefunden hat, dass Bildung vom Bankkonto abhängt…
In meiner Schule (einer Berufsbildenden Schule) ziehen sie den SchülerInnen auf andere Weise die Kohle aus der Tasche: Über die Ausleihe von Schulbüchern. Diese werden verliehen für den sagenhaften Preis von gut 60,- EUR. Kauft man sie sich, sind gut 150,- EUR fällig. Ein Kauf und anschließender Wiederverkauf kommt also definitiv günstiger. Oder man kauft sie sich direkt gebraucht. Da sind auch schon die SchülerInnen drauf gekommen, aber was sagte man ihnen im letzten Jahr? Das sie die Bücher nur für ein Schuljahr brauchen und im nächsten andere Bücher benutzt werden. Die meisten liehen sich also kostenpflichtig die Bücher. Bis sie im Sommer wieder zur Schule kamen und ihnen für den gleichen Preis dieselben Bücher nochmal angeboten werden.
Für 120,- EUR haben sie also zwei Jahre lang die gleichen Bücher und müssen sie danach wieder abgeben. Ohne die Möglichkeit dort Anstreichungen zu machen. Echte Schweinerei… Aber betriebswirtschaftlich für die Schule sicher günstig, den spätestens im dritten Jahr macht sie mit den Büchern Gewinn. Vielleicht auch schon vorher, denn es ist wahrscheinlich das Verlage bei Abnahme von über 30 Büchern doch einen gewissen Rabatt geben.
Verschwiegen werden soll allerdings nicht, dass EmpfängerInnen von Asylbewerberleistungen und Sozialhilfe die Bücher umsonst bekommen und dass bei drei oder mehr schulpflichtigen (!) Kindern ein Rabatt von 20% gewährt wird. Damit wird wenigstens etwas getan und bei großen Familien haben sich die Bücher erst nach zwei vollen Ausbildungsgängen rentiert.